7.1.09

Fußballgeschichten


Noch im letzten Jahr hat das Borusseum in Dortmund geöffnet, ein Fußballmuseum über den BVB Dortmund, also in erster Linie ein Vereinsmuseum. Es ist das Museum über Fußball und die Dortmunder Fans. Fußball ist in Dortmund eine Herzensangelegenheit und die Ausstellung versucht dieser Verbindung, die mit der Vereinsgründung 1910 beginnt, auch einen emotionalen Raum zu geben. Ausstellungsinseln zu einzelnen Etappen gliedern den Raum; es geht natürlich um die Geschichte des Vereins, aber auch um Stadtgeschichte, um die Stadien, die NS-Zeit, um Fankultur, Spieler und Trainer. So wurde beispielsweise die Gründungskneipe am Borsigplatz rekonstuiert: hier wird die Schlachtplatte präsentiert, die den Gegnern nach dem Spiel kredenzt wurde, aber auch der Streit mit der Kirche und die Sympathie des Vereins für die Arbeiterbewegung thematisiert. Die Umsetzung klingt sehr schlüssig und gelungen - auf alle Fälle habe ich den Eindruck, dass auch andere hier Spaß haben werden.

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13.6.08

Ein echter Geheimtip

Wenige spielen Fußball, (fast) alle schauen zu: ein echter Tip ist es, dann ins Museum zu gehen. In den meisten Städten haben Museen ja auch mittlerweile mindestens einmal in der Woche abends geöffnet. Mittwoch abend herrschte im Frankfurter Städel Museum eine gähnende Leere: In der Stillleben-Ausstellung (ja, 3l hintereinander) Magie der Dinge schaute sich sogar die Aufsicht die Bilder genauer an. Wer allerdings eine Lilien-Allergie hat, sei hier schon mal vorgewarnt: im Foyer zur Ausstellung steht ein gigantischer Blumenstrauß mit nicht so lieblich duftenden Lilien. Dafür ist er schön anzusehen.

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12.7.06

Die Blechtür von Zinedine Zidane

Wie sich Fußball als Ausstellungsthema macht, durften wir ja in diesem Jahr reichlich erfahren. In Frankfurt gab es es etwa im Museum für Kommunikation in Frankfurt die Ausstellung „TOOOR! Zur Geschichte der Fußballreportage“ (nachzulesen auf HR-Online) und im Historischen Museum die köstliche Schau "Wie TITANIC einmal die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte". Auch sei an dieser Stelle einmal auf die jahrelangen Bemühungen des Kollegen Martin Wörner hingewiesen, der für ein Deutsches Fußballmuseum kämpft.

Nun gibt es ein weiteres Objekt, das sich aufgrund seiner Geschichte hervorragend zur Musealisierung eignet: die Blechtür von Zinedine Zidane. Die Musée sentimental-taugliche Geschichte geht so: In der WM-Vorrunde 2006 trafen in Leipzig Südkorea und Frankreich aufeinander. Der Kapitän der französischen Mannschaft, Superstar Zinedine Zidane, genannt "Zizou", hatte für diese Weltmeisterschaft seinen Rücktritt nochmals verschoben. Für einen sicheren Platz im Achtelfinale müßte Frankreich gewinnen. Doch es klappte nicht alles wie gewünscht. Zudem holte sich Zidane eine gelbe Karte; seine zweite. Damit war er für das letzte Vorrundenspiel gesperrt. In der 90. Spielminute, beim Stand von 1:1, ließ ihn der Trainer Domenech auswechseln. Sein Abgang hätte zugleich sein letztes Spiel bei dieser Weltmeisterschaft bedeuten können - wenn Frankreich die Vorrunde nicht überstehen sollte. Sichtlich erschüttert verließ Zidane den Platz in Richtung Umkleideräume und würdigte seinen Trainer keines Blickes. Die Wut war so groß, dass er der nächsten Blechtür einige Tritte verpasste. Die mit Trittspuren verunstaltete Tür verärgerte aber in Leipzig niemand, im Gegenteil: Verkaufsanfragen wurden abgelehnt.

Während dieses Stück Fußballkultur also verortbar ist und in situ berwahrt wird, werden in ein paar Jahren bestimmt einige Ausstellungsmacher nach der roten Karte suchen, die der Schiedsrichter im WM-Finale Zidane nach dem berüchtigten Kopfstoß vorzeigte.

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